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    Recht populär

    Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Gerhard Besier

    Gerhard Besier ist promovierter und habilitierter Theologe, promovierter Historiker und Diplompsychologe. 2009 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Lund (Schweden). Er ist Direktor des Sigmund-Neumann-Instituts in Dresden.

    Die Faszination literarisch oder filmisch verarbeiteter Rechtsfälle aus anthropologisch-psychologischer Perspektive [Abstract]

    Viele Menschen sind von den Schilderungen grausamer Taten fasziniert. Während sie sich davor fürchten, nachts alleine durch den Park zu gehen, lesen, hören oder sehen sie im heimischen Wohnzimmer mit wohligem Gruseln die schwersten Delikte. Das virtuelle Erleben erscheint ihnen als großes Vergnügen, während sie in der Wirklichkeit oftmals kein Blut sehen können. Warum ist das so? Ein zusätzlicher Nervenkitzel entsteht noch dadurch, dass zahlreiche Literaten des einschlägigen Genres von einer "Täternormalität" ausgehen, die den Konsumenten als potentiellen Akteur in das Geschehen mit einbezieht. Das in älteren Arbeiten sorgfältig aufrechterhaltene Gut-Böse-Schema verschwimmt, und der Leser ertappt sich dabei, wie er sich spielerisch mit dem Täter identifiziert. Er versteht diesen, findet ihn gar sympathisch und spürt, dass er unter bestimmten Umständen ähnlich handeln könnte.  

    Literatur: Gerhard Besier, Weder Gut noch Böse. Warum sich Menschen wie verhalten, Münster: LIT, 2. Auflage 2013.  

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